Dienstag, 27. Dezember 2011

Sirup aus Hibiskusblüten



Bei uns in Europa verwenden Teehersteller Hibiskusblüten meist nur als Zusatz für Hagebuttentee. So ein Schattendasein haben sie aber definitiv nicht verdient, denn dieser Tee schmeckt auch solo unglaublich gut. In Ägypten wird reiner Hibiskusblütentee heiss oder kalt unter dem Namen "Kakardeh" angeboten. Sehr erfrischend, durstlöschend und angenehm säuerlich.


Da ich den Tee lieber kalt trinke, kam ich auf die Idee, aus den Blüten einen Sirup zu kochen. So erspare ich mir die lange Wartezeit, bis der frisch gebrühte Tee nach Stunden endlich abgekühlt und somit trinkfertig ist.

Zutaten für einen Liter Sirup:

  • 750 ml kaltes Wasser
  • 1/2 Zitrone, in sehr dünne Scheiben geschnitten
  • 5 Pimentkörner, angequetscht (optional, sonst einfach weglassen)
  • 35 gr getrocknete Hibiskusblüten
  • 300 gr Zucker

Wasser mit den Pimentkörnern und den Zitronenscheiben in einem kleinen Topf zum Kochen bringen. Zwei Minuten sprudelnd kochen lassen. Hibiskusblüten zugeben, umrühren und dann die Hitze ausschalten. Zudecken und auf der ausgeschalteten Platte zwei Stunden ziehen lassen. Die Zitronenscheiben entfernen, Deckel wieder drauf und über Nacht (8-10 Stunden) weiter ziehen lassen.

Am nächsten Tag durch ein sehr feines Sieb giessen. Flüssigkeit auffangen und abmessen. Bei mir ergibt das immer so zwischen 570 und 620 Gramm Tee. Dieser wird nun im Verhältnis 2:1 mit der entsprechenden Menge Zucker aufgekocht. (Beispiel: 600 Gramm Tee und 300 Gramm Zucker). Den Sirup fünf Minuten kochen, dabei ständig rühren. In eine ausgekochte Flasche füllen, Deckel drauf und auskühlen lassen. Nach Anbruch im Kühlschrank lagern. Hält sich mindestens ein halbes Jahr.

Nach Geschmack mit Wasser verdünnen, in Cocktails verwenden oder pur über Joghurt, Früchte und Vanilleeis giessen.

Hibiskusblüten erhält man in Teeläden, manchmal auch bei Gewürz- und Kräuterhändlern (z.B. auf dem Wochenmarkt) und bei diversen Anbietern im Internet. Zum Thema "Kann ich auch Hibiskusblüten aus meinem Garten verwenden?" bitte die unten stehenden Kommentare lesen.

Kommentare:

Barbara hat gesagt…

Gute Idee! Ich habe nämlich noch eine Menge getrocknete Hibiskusblüten aus Ägypten und hab's irgendwie noch nicht geschafft, etwas damit anzustellen.

Allein die Farbe ist schon klasse!

Cooketteria hat gesagt…

Nach deinem Kommentar fühle ich mich schon viel besser. Ich dachte, ich wäre die einzige, die in Ägypten etwas zuviel Kakardeh gekauft hat.. ;-)
Leider habe ich den letzten Sirup im November verbraucht und seither keine Zeit fürs Nachkochen gehabt. Aber ich kann dir versichern, dass die Farbe (tiefstes Rubinrot) spektakulär ist. Irgendwann werde ich auch noch das Hibiskussalz ausprobieren, hier noch der Link:
http://www.kuriositaetenladen.com/2008/12/hibiskussalz.html

zorra hat gesagt…

Ich habe hier ja einige Hibiskussträucher. Ich werde mal Blüten trocknen. Oder werden da spezielle Sorten verwendet?

Cooketteria hat gesagt…

Hmmm... Gute Frage. Ich habe mal ein bisschen gegoogelt. Anscheinend wird der Hibiskustee nur aus Blüten des Hibiscus sabdariffa, besser bekannt als Rosella oder afrikanische Malve, hergestellt. Bei Wikipedia habe ich noch ein Bild dieser Malven-Art gefunden:
http://de.wikipedia.org/wiki/Hibiscus_sabdariffa
Ich weiss zwar nicht wie deine Hibisken (Hibiskusse? Kennt jemand den richtigen Plural?) aussehen, aber die Sorten die wir im Garten haben, sehen der Rosella kein bisschen ähnlich. Ob in diesem Fall Versuch kluch macht oder Magenschmerzen hervorruft, wage ich nicht zu beurteilen.

Barbara hat gesagt…

Nachgemacht und endlich verbloggt. Danke, schmeckt mir sehr gut. :-)

Anonym hat gesagt…

Habe mir heute den Samen von Hibiscus sabdariffa bestellt. In unseren Breiten ist die Pflanze im Garten einjährig - im Wintergarten hat sie ein deutlich längeres Leben. Ich will die frischen Früchte selbst einlegen.

Cooketteria hat gesagt…

Interessant. Ich habe bisher nur einmal Samen für Hibiscus sabdariffa gesehen, dass war in einem französischen Pflanzenkatalog und dort wurden sie (wenn ich das recht im Kopf habe), nur für drinnen empfohlen. Würde mich freuen, wenn ich eine Rückmeldung über den Anbau im Freien erhalte. Bin natürlich sehr interessiert als Gartenbesitzer und Kakardehsüchtige. :-)

Ganz liebe Grüsse